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Seltene Marken = Fälschungen?
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brfmhby



Anmeldungsdatum: 21.12.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 28.12.2008 12:56    Titel: Seltene Marken = Fälschungen?  

Guten Tag zusammen,

ich habe hier 4 Marken bei denen mich Eure Meinung interessiert:

1. Sind es offensichtliche Fälschungen (woran erkennt man es) oder möglicherweise echt?

2. Sollten die Indizien darauf hindeuten, dass die Marke(n) echt sein könnten, zu welchem Prüfer sende ich sie am besten?

Danke für die Mühe!


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Afredolino



Anmeldungsdatum: 14.07.2005
Beiträge: 1310
Wohnort: 8762 Schwanden

BeitragVerfasst am: 29.12.2008 14:42    Titel:  

Hallo brfmhby

Nach meiner Meinung sind die ersten 3 Marken Fälschungen oder ev. sogenannte Faksimile-Drucke. Die sind mir zu perfekt Confused Sind da keine Prüf- oder sonstige Zeichen auf der Rückseite?

Die Flugpostmarke könnte echt sein.....aber der Stempel sieht nach einer Fälschung aus. Somit wäre die ganze Marke wertlos. Ungestempelt hätte sie einen Wert von Fr. 200.- ( mit Falz ), gestempelt das 11-fache.

Anhand eines Scann's ist es schwer, die Echtheit einer Marke klar zu bestimmen. Wenn Du sicher sein willst, musst Du dich an einen Prüfer wenden. Christoph Hertsch wäre hier der richtige Ansprechpartner. Schick ihm doch mal ein Mail mit Anhang, um eine Antwort zu erhalten, ob es sich lohnt, die Marken einzuschicken. Unten die Adresse:

Prüfgebiet: Schweiz (1843 bis heute)

Hertsch Christoph
Zeughausgasse 24
Postfach
3011 Bern
Tel.031 312 00 55, Fax 031 312 23 26
E-mail: info@briefmarken.ch

Gruss
Afredolino
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Sigi



Anmeldungsdatum: 27.12.2005
Beiträge: 471
Wohnort: Bern

BeitragVerfasst am: 29.12.2008 18:47    Titel:  

Hallo

Ich schliesse mich weitestgehend Alfredolino an. Bei der Basler Taube, ist das ein Einriss von oben links in die Mitte? Die erscheint mir eigentlich am ehesten dass es sich um eine echte handeln könnte. Bei der Flugpostmarke ist der Stempel ziemlich sicher falsch, der wirkt fast schon "dreidimensional dick".

Ich würde aber auf jedenfall mal bei einem Prüfer vorbeigehen und der sieht das sehr schnell ob sich eine eingehendere Prüfung lohnt oder nicht.

Gruss Sigi
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http://philatelie.heimat.eu

Draussen liegt neben dem, was richtig, und dem was falsch ist, ein riesiges Feld.
Dort werden wir uns treffen.

(Mevlana Jalaluddin Rumi)
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brfmhby



Anmeldungsdatum: 21.12.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 29.12.2008 19:33    Titel:  

Danke für die Hinweise. Ich werde Kontakt mit Herrn Hertsch aufnehmen.

b.
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Hamlet
Site Admin


Anmeldungsdatum: 05.05.2004
Beiträge: 2676
Wohnort: Basel

BeitragVerfasst am: 30.12.2008 07:31    Titel:  

Sodele brfmhby, nachdem es jetzt geklappt hat mit Deinem Account (sorry nochmal), Expertisen und so können in diesem Forum nicht gemacht werden.

Auf der Website des Verbandes der Briefmarkenprüfer findest Du die Liste der offiziellen Prüfer des Verbandes Schweizerischer Philatelistenvereine.
Da ist auch der Herr Hertsch dabei, den Afredolino schon erwähnte.

Bevor Du einen neuen Ferrari bestellst, solltest Du vorsichtshalber doch mal bei einem dieser Prüfer nachfragen. Wink

Hamlet
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tornado



Anmeldungsdatum: 03.08.2006
Beiträge: 1199
Wohnort: 5004 Aarau

BeitragVerfasst am: 30.12.2008 11:36    Titel:  

Hallo brfmhby (Was verbirgt sich bloss hinter diesem Namen ??) ev. "Briefmarken mein Hobby" Confused

Eine sehr interessante und auch hilfreiche Seite findest Du hier;

http://www.pro-philatelie.de/

Da gibt es unter anderem sehr viele Abbildungen zu bekannten Fälschungen und es werden auch gerne neue Objekte aufgenommen!

Gruss
tornado
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Ich weiss, dass ich nichts weiss, aber das weiss ich... Smile
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brfmhby



Anmeldungsdatum: 21.12.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 30.12.2008 19:23    Titel:  

@hamlet: ja, das ist mir klar. es geht mir nur darum abzuklären, ob es bereits erkennbar ist, dass es fälschungen sind. in diesem falle lohnt sich die prüfung auch für den prüfer finanziell nicht. ich gehe im übrigen meist erst einmal davon aus, dass seltene und teure marken, wenn sie bei mir vorbeischauen, falsch sind. die erfahrung zeigt: seltene marken sind eben auch selten anzutreffen... Wink

@tornado: danke für den hinweis, die seite kenne ich. ich finde sie aber nur sehr begrenzt nützlich. es fehlt eine struktur, die gezielt die merkmale der einzelnen fälschungen darstellt. schlechte scans und allgemeine kommentare wie: das sieht man doch ganz deutlich, wenn man hinschaut, reichen mir als laie auf dem gebiet nicht.
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brfmhby



Anmeldungsdatum: 21.12.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 30.12.2008 19:27    Titel:  

@sigi: ja, die marke scheint dort beschädigt zu sein, ich vermute eine abschabung. ein riß geht nich durch das papier. bei stempeln habe ich gelernt, kann man sich sehr schnell irren. sicher ist nur, wenn man die typischen abschläge in der vergleichssammlung hat oder der typ des stempels (format, zeichen etc.) ist eindeutig falsch. aber hier spreche ich auch mit der erfahrung aus dem gebiet russland 1918-23...
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Hamlet
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Anmeldungsdatum: 05.05.2004
Beiträge: 2676
Wohnort: Basel

BeitragVerfasst am: 30.12.2008 23:23    Titel:  

Nun ich glaube, wir haben Dir klar gemacht, dass nur ein vom Verband vereidigter Prüfer für Klarheit sorgen kann.

Aber hey, ich würde mich riesig freuen, wenn Du uns ein bisschen über Dein Gebiet Russland 1918-1923 erzählen würdest. Ich glaube, wir alle würden uns darüber freuen, Erkenntnisse aus Deinem Gebiet zu erfahren.
You are welcome Wink

Hamlet
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brfmhby



Anmeldungsdatum: 21.12.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 31.12.2008 01:26    Titel:  

@hamlet:

Das muss ich noch etwas eingrenzen: Ich beschäftige mich den Gebieten Armenien 1918-23 und Batum (Brittische Besetzungen 1920). Das ist ein recht exotisches Gebiet. Eine Besonderheit ist, dass es extrem viele und unterschiedliche Fälschungen gibt. Bis zu 90% des Materials am Markt sind Fälschungen. Viele Marken sind mittels Handstempelaufdruck aus russischen Marken des Zarenreiches entstanden. Für die Handstempel wurde Gummi, Holz und verschiedene Metalle eingesetzt. Außerdem kamen unterschiedliche Tinten(farben) und Mischungen zum Einsatz. Entsprechend vielfältig sind die Ergebnisse. Eine echte Herausforderung.

Ich werde mal ein paar Beispiel (Scans) einstellen.
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Hamlet
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Anmeldungsdatum: 05.05.2004
Beiträge: 2676
Wohnort: Basel

BeitragVerfasst am: 31.12.2008 07:25    Titel:  

Na wenn das nicht spannend klingt? Da freue ich mich doch schon wie eine Basler Taube. Very Happy

Hamlet
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snowball



Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 140
Wohnort: Cham

BeitragVerfasst am: 02.01.2009 11:07    Titel:  

Die meisten von Euch kennen wohl die Geschichte vom "Igel auf Wanderschaft". Hübsch recherchiert und eine Fundgrube für alle Konspirationstheoretiker.

http://www.vsphv.ch/faelschungsbekaempfung.php


Anfang dieses Jahres habe ich mich an einen Verbandsprüfer gewandt und ihn gefragt, ob er Prüfungen bei mir oder bei ihm zu Hause macht.
Er hat zu meiner Erstaunung abgelehnt und mir erklärt, dass das Prüfungsverfahren hoch standardisiert sei und das Prüfgut normalerweise per Post gschickt oder persönlich überbracht wird. Die Prüfung muss dann ohne Anwesenheit des Besitzers erfolgen.

Was ich eigentlich suchte, ist ein Experte, der sich einige Exemplare ansieht und ad hoc unverbindliche Aussagen zur Echtheit und Identifizierung macht. Schriftliche Atteste will ich vorerst gar nicht. Enschädigung nach Aufwand (Stunde, Stück, Wert, ...) Ich habe gesehen, dass es Händler gibt, welche Sammlungen schätzen. Da es bei mir kaum um die 1M$-Schätzung geht, habe ich noch keinen Kontakt zu einem Händler gesucht.

Gibt es das, was ich suche? Wie würdet ihr hier vorgehen?

Snowball
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Afredolino



Anmeldungsdatum: 14.07.2005
Beiträge: 1310
Wohnort: 8762 Schwanden

BeitragVerfasst am: 02.01.2009 17:00    Titel:  

Hallo snowball

Auch ein Händler wird Dir für für einzelne Prüfstücke keine Expertise abgeben. Ein Händler überfliegt die ihm vorgelegte Sammlung, schaut sich ev. einzelne Stücke etwas genauer an und sagt Dir dann einen Preis, den er für diese Sammlung zahlen würde. Und da sollte man dann wissen, welchem Händler man vertrauen kann und welchem eher weniger. Hat man zuwenig philatel. Kentniss, wird man da oft über den Tisch gezogen.

Willst Du eine Marke prüfen lassen, bleibt Dir nicht's anderes übrig, als diese per Post dem jeweiligen Prüfer zu schicken. Ev. kannst Du dem Prüfer ein E-Mail mit der betreffenden Marke im Anhang zukommen lassen mit der Frage, ob es sich lohnt, diese einzuschicken. Dann bekommst Du ev. eine positive Antwort, aber keine Beurteilung, ob echt oder falsch.

Ich kenne keinen Prüfer, der Dir "ad hoc" eine unverbindliche Expertise erstellen würde.

Gruss
Afredolino
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brfmhby



Anmeldungsdatum: 21.12.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 04.01.2009 21:30    Titel:  

Wie versprochen ein paar Eindrücke zu den Marken Armeniens.

Nach dem Zusammenbruch des Russischen Reiches am Ende des ersten Weltkrieges rief die Armenische Nationalversammlung am 28. Mai 1918 die Demokratische Republik Armenien aus. Der Daschnake Hovhannes Katchaznouni bildete die erste Regierung.

Zuerst wurden die vorhandenen Marken des russischen Imperiums mit eigenen Hoheitszeichen und neuen Wertstufen überdruckt. Die neue Republik litt unter starker Inflation. Armenien musste eine eigene Verwaltung und Wirtschaft aufbauen und die Flüchtlinge des türkischen Genozids aufnehmen. Obwohl neue Marken mit Spannen von 1-25.000 Rubel gedruckt wurden, konnten diese Nominale nicht mit der Inflation mithalten und die neuen Marken mussten bereits beim ersten Einsatz mit neuen Wertstufen überdruckt werden.

Ich werde jetzt die einzelnen Ausgaben exemplarisch vorstellen.
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brfmhby



Anmeldungsdatum: 21.12.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 04.01.2009 21:38    Titel:  

Eine neue Portostufe (60 Kopeken) führte zu diesem Aufdruck:

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Es gibt den Aufdruck mit und ohne Punkt auf geschnittenen und perforierten Marken, sowie unterschiedliche Typen des Aufdrucks (von verschiedenen Stempeln).

Aufdruck des Hoheitszeichens mit Gummihandstempeln. Z im Rahmen.

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Später wurde der Rahmen abgeschnitten, die Stempel nutzten sich durch den Gebrauch zunehmend ab.

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Die dritte Version: die sogenannten Rubelaufdrucke mit neuem Hoheitszeichen.

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Hier wurden Restbestände der vorherigen Ausgaben mit Rubelaufdrucken ein zweites Mal umgewertet.

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Ob diese Marken aus der Romanov Serie oder wie hier am Beispiel Kriegswohltätigkeitsausgabe wirklich echt sind bzw. echt verwendet wurden ist nicht abschließend geklärt.

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Man kann schön die unterschiedlichen Farben (schwarze und lila Tinte) sowie Größen der Handstempel erkennen.
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