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Philatelistische Mache?

 
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ubahuga



Anmeldungsdatum: 05.09.2005
Beiträge: 175
Wohnort: 5405 Dättwil AG

BeitragVerfasst am: 09.09.2005 15:54    Titel: Philatelistische Mache?  

Rolling Eyes
Luftpostbrief Lausanne- La Chaux-de-Fonds 1927.

In meinem steinalten Zumstein Spezial von 1978 (schäm, armer Kerl) ist der Beleg zwar erwähnt, er wird aber nicht bewertet, da diese "Ganzsache" philatelistische Mache sei. Frage: Wird dieser Beleg im Luftpostkatalog auch nicht bewertet? Nicht bewertet heisst ja doch im eigentlichen Sinn = wertlos.
Zudem habe ich Schwierigkeiten mit der Bezeichnung "philatelistische Mache". Wenn man dies konsequent anwendet, sind m.E. all die ungelaufenen und eigentlich auch als solche gelaufenen FDC nichts anderes als philatelistische Mache.

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Bin gespannt auf Antwort und eventuelle Stellungnahmen resp. Begründungen.

Gruss

ubahuga
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Hamlet
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Anmeldungsdatum: 05.05.2004
Beiträge: 3455
Wohnort: Basel

BeitragVerfasst am: 09.09.2005 16:16    Titel:  

"Philatelistische Mache" Ein interessantes Wort. Natürlich wäre es konsequent, dann auch alle FDC als philatelistische Mache zu bezeichnen. Ebenso müssten dann die schönen 4er-Blocks mit perfekt zentriertem Stempel und intaktem Gummi aus den Katalogen verschwinden.
Und wie sieht es mit den teilweise recht seltsamen Marken aus, die von der Post so verausgabt werden? Ich erinnere da nur mal an die Stickerei-Marke zu CHF 5.-- und die Holzmarke. Die wurden doch nicht wirklich verausgabt, damit damit Briefe frankiert werden, sondern vielmehr um die Sammler abzuzocken, bzw. die Buchhalter der Post glücklich zu machen. Müsste man diese dann nicht auch als philatelistische Mache bezeichnen?
Was wäre dann mit den wunderbaren Machwerken, bei denen 3 oder 4 verschiedene Marken im selben Bogen drin sind? Da muss ja ein Sammler, wenn er alle 2er und 3er-Streifen haben will, gleich mehrere ganze Bögen kaufen. Das wäre dann ja auch philatelistische Mache.

Wie also definiert sich philatelistische Mache?

Hamlet
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ubahuga



Anmeldungsdatum: 05.09.2005
Beiträge: 175
Wohnort: 5405 Dättwil AG

BeitragVerfasst am: 09.09.2005 16:58    Titel: Genau  

Genau, so wie Hamlet sagt, hat sich sogar die Post als philatelistische Macherin betätigt mit Herausgaben, die vornehmlich für die Philatelisten gemacht wurden.

Man kan den Faden noch weiter spinnen. Alles was sich der Philatelist mit viel Mühe und auch Liebe zusammen kleistert an Belegen aller Art, wäre philatelistische Mache.
So gesehen finde ich die Bezeichnung "philatelistische Mache" bezogen auf obigen Brief nicht nur fragwürdig und unkorrekt, sondern insgesamt gesehen auch eine Beleidigung all denen gegenüber, die Freude haben, sich ihre eigenen philatelistischen Belege zu MACHEN.
Wie steht es denn mit all den Flugpostsonderbriefen und den allermeisten Zeppelinbriefen? Wo ist da der Unterschied zu obigen Beleg?

Wenn es eine Begründung gibt für diese abschätzige Bewertung, muss sie - so vermute ich - an der Grenze der Spitzfindigkeit zu suchen sein.

Frage: Steht es übrigens in den neuen Ausdgaben des Spezial immer noch so drin? Habe leider eben nur ein steinaltes Exemplar, hehehe.

Gruss

ubahuga Very Happy
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Hamlet
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Anmeldungsdatum: 05.05.2004
Beiträge: 3455
Wohnort: Basel

BeitragVerfasst am: 10.09.2005 10:08    Titel:  

Auch der Zumstein Spezialkatalog 2000 bezeichnet diesen Brief als Mache.
Zitat:
Zitat:
Die ausserdem fabriziertien Spezialitäten, wie Postkarten mit Wertzeichen-Aufdruck 35Cts.,und umgekehrt Briefumschläge mit Aufdruck des Wertzeichens zu 25Cts., ferner Couverts mit grünem Vordruck und violetten Stempeln etc. katalogisieren wir nicht, da es sich um philatelistische Mache handelt (siehe BBZ 1927, Seite 84)


Vielleicht weiss jemand, was in der "BBZ 1927 Seite 84" zu lesen ist?

Ich habe auf alle Fälle mal eine Anfrage an den Verlag gerichtet, die BBZ (Berner Briefmarken Zeitung) stammt ja aus dem selben Verlagshaus, wie der Spezialkatalog.

Hamlet
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klassiker



Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 621
Wohnort: Bern

BeitragVerfasst am: 11.09.2005 18:05    Titel: Re: Philatelistische Mache?  

ubahuga hat Folgendes geschrieben:

Nicht bewertet heisst ja doch im eigentlichen Sinn = wertlos.
Zudem habe ich Schwierigkeiten mit der Bezeichnung "philatelistische Mache".


Ad 1: Nicht bewertet = wertlos?
Kann man so nicht sagen. Für einen Spezialsammler, insbesondere Heimatsammler, können auch Belege interessant sein, die eben nicht einen "absoluten Wert" (so es das überhaupt gibt) haben.
Kennst Du McKeown's Gesetz?
"The price of an antique camera is entirely dependent upon the moods of the buyer and seller at the time of the transaction."
(Der Preis einer antiken Kamera hängt ausschliesslich von der Stimmung des Käufers und des Verkäufers zum Zeitpunkt der Transaktion ab.)
Das stammt zwar aus dem "Price Guide to Antique & Classic Cameras", gilt aber für alle Sammelgebiete, also auch die Philatelie.

Ad 2: Was ist "Mache"?
Da hast Du eine Lawine losgetreten ...
Da hat vor einem Jahr Jemand 92'000,- (zweiundneunzigtausend!) Euro für ein "Kieta-Provisorium" bezahlt - eines der übelsten Machwerke der deutschen Kolonialmarken.
(Details hier: http://www.klassische-philatelie.ch/dr_vineta.html )
Die Ausgaben der Hamburger Boteninstitute werden gerne als Mache angesehen: Ausgegeben von Instituten, die nachweislich keinerlei Postbetrieb unterhielten, und damit nur für die Sammler gemacht.
Aber eben, wie schon gesagt: Wer verklebt denn Holz- und Stickerei-Marken? Sind die nicht auch für den direkten Weg ins Album gemacht, ohne jemals den lästigen Umweg über die Postbeförderung zu gehen?
Die schweizerische (wie auch die deutsche) Post sind doch, was ihre Ausgabepolitik angeht, schon längst da angekommen, wo die von den Philatelisten belächelten arabischen Emirate in den Siebzigern waren.
(Übrigens einer der Gründe, warum ich mich den klassischen Ausgaben zugewandt habe - mehrheitlich sind die "ehrlicher" als die modernen, aber auch nicht alle ...)

Es gab (gibt's das eigentlich noch?) lange Zeit die von der FIP definierten "für die Philatelie schädlichen Ausgaben", im Katalog an einer senkrecht stehenden schwarzen Raute zu erkennen; typische Beispiele waren die so genannten "Sperrwerte" der DDR. Die durften auf Ausstellungen nicht gezeigt werden - legte man diese Kriterien heute an, wären die Ausstellungshallen in den Sektionen "Moderne Philatelie" leer.

Also, nicht irritieren lassen: Wenn Du liebevoll einen FDC bastelst und der auch noch postalisch läuft, ist das auf jeden Fall ein "echterer" philatelistischer Beleg als das, wofür viele Sammler viel Geld in irgendwelchen Abos anlegen ...

Chris
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ubahuga



Anmeldungsdatum: 05.09.2005
Beiträge: 175
Wohnort: 5405 Dättwil AG

BeitragVerfasst am: 12.09.2005 17:18    Titel:  

Völlig einverstanden mit Dir, Chris. Da gäbe es noch viele Grenz- und andere Fälle aufzuzählen. Gerade weil vieles in der neueren Philatelie auf Mache, lies Abzocke, hinaus lief und läuft, habe ich mich schon längst aus dem dafür anfälligen Bereich verabschiedet und mich der guten, alten Ware zugewandt. Da gibt es auch noch einiges zu entdecken.
Wobei, wenn es um Neuheiten geht, mir die selber gebastelten und korrekt gelaufenen FDC trotzdem sympathisch sind, und ich achte jeden, der auf diese Weise sein Herzblut in seine Sammlung steckt.

Die Verantwortung für das Ausfledern der modernen Philatelie tragen m.E. schon die Postverwaltungen, welche in erster Linie das Ziel haben, die Sammler zu melken.

Wahlloses Beispiel Fiji-Inseln, in den Fünfzigern gab es eine Serie und ein paar andere schöne Marken dazu. Aber dann ... Ausgabe um Ausgabe.
Und die hiesigen Postverwaltungen wussten nichts Gescheiteres, als es gleich zu machen.

Zum eingangs von Dir erwähnten "wertlos" denke ich, der Zumstein Spezial stellt es so dar, als ob der oben abgebildete Luftpostbrief nicht nur wertlos, sondern gar verachtenswert sei.

Noch eine Frage: Wie ist Deine Meinung zur deutschen Audrey Hepburn-Marke?

Gruss

ubahuga Very Happy
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klassiker



Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 621
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BeitragVerfasst am: 13.09.2005 09:22    Titel:  

ubahuga hat Folgendes geschrieben:
Noch eine Frage: Wie ist Deine Meinung zur deutschen Audrey Hepburn-Marke?


Die zweite echte deutsche Nachkriegs-Superrarität nach der "Gscheidle"-Marke. Die beiden bekannten Exemplare stammen ja, nach dem, was ich weiss, tatsächlich aus dem Postverkehr, eine ist wohl sogar ein echter Papierkorb-Fund gewesen.

Die würde ich also, um ein Beispiel aus der Klassik zu nehmen, ähnlich einordnen wie das bayerische "Aichach-Provisorium" - eigentlich vor der Ausgabe wieder zurück gezogen, aber in Einzelfällen verwendet.

Chris
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Hamlet
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Anmeldungsdatum: 05.05.2004
Beiträge: 3455
Wohnort: Basel

BeitragVerfasst am: 14.09.2005 02:40    Titel:  

Nun sind wir grade bei der "philatelistischen Mache":
Gucksuhier:

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Es handelt sich hier um den berühmten Pax-Satz.
Das sind 13 Marken, die zum Waffenstillstand am 09.05.1945 heraus gegeben wurden, das ist das offizielle FDC-Datum. Bemerkenswert ist dabei, dass die drei höchsten Wertstufen im Stahlstichtiefdruck-Verfahren hergestellt wurden, während die anderen 10 Wertstufen im Ätztiefdruck-Verfahren produziert wurden.
Wenn wir nun davon ausgehen, dass ein Postamt um 08:00 aufmacht und man nun weiss, dass die offizielle Unterzeichnung der bedingslosen Kapitulation des Deutschen Reiches in Berlin-Karlshorst am 09.05.1945 um 00:16 Uhr durch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel erfolgte, wie ist es dann möglich, dass die schweizerische Post gerade mal 7 Stunden und 44 Minuten später dermassen qualitativ hochwertige Marken in 2 verschiedenen Druckverfahren von 2 verschiedenen Herstellern rechtzeitig an den Schaltern aufliegen hat.
Da drängt sich doch der Gedanke auf, dass diese Marken lange vorher produziert wurden. In der Tat finden sich auch im Zumstein-Spezial-Katalog keine Datums-Angaben zu Entwürfen oder Druckaufträgen an die Courvoisier SA oder die Wertzeichendruckerei Bern.

Naja, lange Rede, kurzer Sinn:
So schön der Pax-Satz auch sein mag und so stolz ich auch bin, ihn zu besitzen, ist der nicht auch "Philatelistische Mache"?

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Afredolino



Anmeldungsdatum: 14.07.2005
Beiträge: 2011

BeitragVerfasst am: 14.09.2005 11:50    Titel:  

Ich möchte mich hier auch mal zu diesem Thema, dass anscheinend ein unendlich langer Thread zu werden scheint Wink , melden.

Wie steht es denn mit all den Sonderblocks, die die Post in letzter Zeit immer häufiger verausgabt? Rolling Eyes Das ist doch dann alles auch "philatelistische Mache". Confused Oder wie oft seht Ihr einen solchen Sonderblock auf einem echtgelaufenen Brief?

Und dann gibt es da noch die Händler, die mit einem solchen Sonderblock spezielle Briefe anbieten, mit allen möglichen Varianten von zusammenhängenden Werten, z.B. Lemanex, NABA Zürich 84 und Basler Taube 95. Diese Briefe würde ich jetzt als "philatelistische Mache" bezeichnen.

Aber auch diese Briefe würde ich sammeln, weil sie trotzdem schön anzusehen sind. Laughing

Afredolino
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Hamlet
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Anmeldungsdatum: 05.05.2004
Beiträge: 3455
Wohnort: Basel

BeitragVerfasst am: 14.09.2005 14:37    Titel:  

Nicht zu vergessen alle diese schönen Bogen mit verschiedenen Marken beinhaltend, bei denen man gleich mehrere Bogen kaufen muss um alle Paare, Dreier-Streifen und Vierer-Streifen zu besitzen.

Zitat:
Aber auch diese Briefe würde ich sammeln, weil sie trotzdem schön anzusehen sind.


Das isses ja, Spass machts eben trotzdem, obwohl man weiss, dass man abgezockt wird. Cool

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ubahuga



Anmeldungsdatum: 05.09.2005
Beiträge: 175
Wohnort: 5405 Dättwil AG

BeitragVerfasst am: 15.09.2005 18:57    Titel: Genau!  

Man sammelt es, weil es einem gefällt und man ja seinen Sammlertrieb damit befriedigen kann. Und das wissen die Postoberen zum Teil ganz pervers auszunutzen. Das ist schade.
Um zum Eingangsposting zurück zu kommen: Ein Beleg, der mir ganz gut gefällt. Zwar Mache zu einem Luftpostereignis, wie alle andern Sonderbriefe zu Flugmeetings, Zeppelinflüge, Sonderflügen und dergleichen. Aber mindestens ausgestattet mit dem Flair einer Prise Pioniergeist, der den damaligen Flugereignissen zu Recht anhaftete.

Warum nun aber Zumstein explizit diesen Beleg als philatelistische Mache abqualifiziert, ist mir ein grosses Rätsel. Das muss schon ganz präzis begründet sein, wenn sich die Firma nicht gleich selber ins Abseits stellen will, indem sie frisch fröhlich selber Material verkauft, das in die Kategorie philatelistischer Mache gehört. Was mich besonders stört, ist die Bezeichnung philatelistisch.

@Klassiker, genau derselben Meinung bin ich auch. Das ist lautere Postgeschichte. Deshalb kommt es mir seltsam vor, wenn ich in andern Foren zu lesen bekomme, dass das Papierkorbware sei und weder katalogisiert noch ins Album gehöre. Zum Teil dieselben Kreise, die eben das Vinetaprovisorium durch alle Böden als philatelistisches Glanzprodukt verteidigen.
Bei der Audrey-Marke ist die Post von A bis Z involviert, auch wenn der Gebrauch missbräuchlich statt fand. Die Post druckte diese Marke, die Post brachte diese Marke unter die Leute, und die Marke wurde zur Frankatur von Bedarfspost verwendet, und zu diesem Zweck von der Post sanktioniert, wenn auch irrtümlich: Die Post war immer dabei.

Um noch einmal zur philatelistischen Mache zu kommen: Tannu Tuva und Nyassa, das waren unter anderen die herrlich schönen Marken, die mir als Jüngling das Marken sammeln als enorm interessantes Hobby erscheinen liessen.
Heute habe ich von Tannu Tuva, wie auch von Nyassa je eine komplette Sammlung, weil es halt so schön ist; denn als Jüngling hatte ich die Knete nicht dazu. Hehehe.

Gruss

ubahuga Very Happy
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Hamlet
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Anmeldungsdatum: 05.05.2004
Beiträge: 3455
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BeitragVerfasst am: 15.09.2005 20:10    Titel:  

Zitat:
Deshalb kommt es mir seltsam vor, wenn ich in andern Foren zu lesen bekomme, dass das Papierkorbware sei und weder katalogisiert noch ins Album gehöre.

Naja, es gibt sie eben noch die Puristen, die nur klassische Marken sammeln aber bitte nur im Müller-Vordruckalbum! Aber ich glaube, die sind im Aussterben begriffen. Ich meine, wenn jemand grüne Briefmarken sammeln will und diese dann auf gelben Papierservietten vereinigt, soll mir das recht sein, zumindest so lange, dass keine Raritäten zu Schaden kommen. Cool
Aber im Ernst, gerade in jüngster Zeit erfreut sich doch die Motiv-Philatelie sehr groser Beliebtheit, sogar so sehr, dass diese Art des Sammelns in den Ausstellungen eine eigene Kategorie erhält. Wenn sich jemand beispielsweise für Raumfahrt interessiert, was spricht schon dagegen, wenn er Briefmarken, Postkarten, Telefonkarten, Rahmdeckel und weiss der Geier was alles mischt. Eine schön gestaltete Sammlung mit Raumfahrt-Bildern und ergänzenden Texten kann doch sehr reizvoll sein.

Hamlet
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Hamlet
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Anmeldungsdatum: 05.05.2004
Beiträge: 3455
Wohnort: Basel

BeitragVerfasst am: 18.09.2005 23:15    Titel:  

Diese Tage habe ich aus Bern Antwort erhalten in Form von Fotokopien aus der entsprechenden BBZ von 1927 auf die im Zumstein-Spezialkatalog verwiesen wird:

Zitat:
Flugpost

Basel – Luzern
Die Besprechung der anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Schweiz. Mustermesse in Basel für den 28. Mai veranstalteten aussergewöhnlichen Flugpost Basel - Luzern und die über den Vertrieb der bei dieser Gelegenheit zur Ausgabe gekommenen Etiketten geübten Kritik enthält u. a. auch den Passus: „Zu unserem Erstaunen wurde uns mitgeteilt, dass nach Rücksprache mit dem Vorstand des Schweizerischen Aerophilatelisten-Vereins die Auflage absichtlich niedrig gehalten“ etc. etc. Hierauf ging uns vom Präsidenten und Sekretär des S.A.V. folgende Erwiderung zu: „Namens des Gesamtvorstandes des Schweizerischen Aerophilatelisten-Vereins bestreiten wir hiermit kategorisch, dass das Komitee der Schweiz. Mustermesse in Basel mit irgend einem Mitgliede des Vorstandes in Verbindung getreten ist, um behufs Organisation des Flugtages Basel – Luzern Rücksprache zu nehmen. Wäre dies der Fall gewesen, so hätten wir gemäss unseren Richtlinien überhaupt von der Herstellung von Vignetten abgeraten. Jedenfalls aber wäre einer genügend grossen Auflage der Vorzug zu geben gewesen. Nun möchten wir ein für allemal darauf hinweisen, dass allen diesen Vignetten usw. keinerlei philatelistischer Wert beigemessen werden kann, seit sie nicht mehr postalisch entwertet werden. Diese Sachen werden lediglich als historische Dokumente gewertet und von den Aerophilatelisten gesammelt.“
Da wir von der Schweiz. Mustermesse bezw. Ihrem Beauftragten auf unsere Bitte um Namensnennung keine bestimmte Auskunft erhalten konnten, geben wir unseren Lesern von dem Protest Kenntnis.
Wie aus dem vorstehenden ersichtlich und wie wir auch gelegentlich einer Aussprache mit dem Präsidenten und dem Sekretär des Aerophilatelisten-Vereins konstatierten, geht der Vorstand desselben mit dem in unserem Artikel und auch schon früher von uns vertretenen Standpunkt über diese privaten Etiketten vollständig einig.
Ueber die Flugpost selbst sind uns von Herrn R. in B. noch folgende Details zugegangen: „Es existieren 1000 offizielle Karten, davon sind ca. 10 Stück von Kunstmaler Paul Kammüller signiert. Von den Vignetten (10er Bogen) gibt es Probedrucke (nicht zur Ausgabe gelangt): 3 Bogen dunkelbraun, geschnitten, 3 Bogen schwarzbraun gezähnt. Definitive Ausgabe: 1. Auflage 30Bogen dunkelbraun, wovon die letzte Marke das Zeichen Kammüllers trägt; 2. Auflage 120 Bogen hellbraun. Karten und Vignetten wurden am 26. Mai ab 13 Uhr in der Mustermesse verkauft. Obschon pro Person nur eine Karte und Vignette abgegeben wurde, war nach 1 ½ Stunden alles ausverkauft. Die Vignetten wurden mit einem besonderen Stempel entwertet; dabei sind ca. 120 Briefe ohne Vignette mit diesem Stempel versehen worden.“
Wer nicht erst seit gestern Sammler ist, weiss, dass alle sogenannten rationierten Verkäufe die Spekulation am besten unterstützen; denn es ist natürlich nicht schwer, eine Anzahl Leute aufzubieten, die den Ringeltanz ausführen und sich am Schluss der Reihe so lange wieder anstellen, bis sie das gewünschte Quantum gehamstert haben. Leider gibt es immer noch genug Sammler, die die Spekulation unterstützen; denn es sind bis zu Fr. 25.—pro Karte mit Vignette bezahlt worden. Schliesslich muss ja jeder selbst entscheiden, was er sammeln will. Leider sind eben nur diejenigen Sammler, die anfänglich alles kaufen, zu gern geneigt, bei Ausbleiben der erhofften Preissteigerungen usw. die Flinte ins Korn zu werfen und dann ohne vorherige Prüfung der Ursachen unterschiedslos alles zu verdammen, wodurch das wirklich Gute ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird. So war es bei den Kriegs- und Nachkriegs-Marken, und wenn man offen sein will, muss man zugeben, dass es bei den Flugpostsachen auch schon fühlbar wird; denn die Vorläufer 1913 sind in letzter Zeit weniger gefragt und Preisschwankungen unterworfen. Deshalb ist es nötig, dass im In- und Ausland Aufklärung erfolgt und ein starker Strich gezogen wird zwischen den reellen Flugpostsachen und der in letzter Zeit durch private Komitees übertriebenen Etiketten-Fabrikation. Den Kampf gegen diese könnte die Oberpostdirektion sofort zur Entscheidung bringen. §705, Absatz d. der Postordnung verbietet das Aufkleben von Privat- und Reklame-Marken auf der Vorderseite der Sendungen. Für die Flugpost-Etiketten hat die Oberpostdirektion eine Ausnahme gestattet, wohl hauptsächlich in der Meinung, damit die Propaganda für das neue Beförderungsmittel tunlichst zu unterstützen. Da aber das Entgegenkommen von verschiedenen Seiten falsch ausgenutzt wurde, wäre es sehr zu begrüssen, wenn die Oberpostdirektion den vorgenannten Artikel 705 auch für die Flugpost-Etiketten zur Anwendung bringen lassen oder, noch besser, die Genehmigung einer besonderen Flugpost nur erteilen würde, wenn die Gesuchsteller sich mit einem Extra-Stempel begnügen und sich verpflichten, keine Vignetten etc. zu erstellen.

Basel – Schaffhausen
Darüber erhalten wir von Herrn R. in B. folgende Notiz: „Ausgegeben wurden 8200 offizielle Karten und Vignetten und zwar in 3 Auflagen. Es wurden Bogen zu 20 Marken, 4 X 5, hergestellt und pro Person nur 5 Marken abgegeben. 1. Auflage dunkelblau; die unterste Marke trägt das Zeichen von Kunstmaler Kammüller. 2. Auflage hellviolett, 3. Auflage hellblau. Von jeder Auflage ist je ein Bogen geschnittene und gezähnte Probedrucke hergestellt und angeblich auf die Besteller verteilt worden. Eingedruckte Vignetten auf offizieller Karte wurden 200 Stück hergestellt. Für die Restposten der 3. Auflage sowie der eingedruckten Vignetten fand Dienstag, den 29. Juni ein Kassaverkauf an der Internationalen Ausstellung statt.“
Es ist also ganz nach dem Muster der Flugpost Basel Chaux-de-Fonds und Le Locle verfahren worden. Die bei dieser Gelegenheit fabrizierten „Raritäten“ aufzuzählen wollen wir uns ersparen.


Ein Autor ist leider nicht auszumachen und wer selbst mal einen Auszug aus einer alten BBZ bestellen möchte, die Firma Zumstein & Cie verlangt dafür CHF 20.--

Hamlet
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Coira



Anmeldungsdatum: 03.02.2006
Beiträge: 179
Wohnort: Chur

BeitragVerfasst am: 05.02.2006 22:55    Titel: Nach Luftposthandbuch ist es keine Mache  

Ich möchte die Diskussion über philatelistische Mache hier nicht weiterführen,da die Grenzen für jeden individuell verschieden sind.Und für Flugpostsammler ist eben der Beleg keine Mache,da es ohne "Mache" in dem Sammelgebiet gar nicht gehen würde.
Mir liegt nur das Luftposthandbuch von 1992 vor,das neuste ist von 2000,aber ich denke da steht das gleiche drin.
Also unter regelmässiger Flugverkehr 30.5.1927 Basel -La Chaux-de- Fonds/Le Locle-Lausanne in Abschnitt vier private Umschläge(La Suisse philatelique).Demnach handelt es sich hier um den Umschlag H(Wz Tell 25 braun) mit der Flugvariante b (Lausanne-Leocle) mit Ankunftsstempel leocle Katalogwert 150 Franken ohne Zusatzfrankatur gerechnet
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