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Der Treffpunkt für Briefmarken-Sammler um zu fachsimpeln, zu diskutieren oder einfach nur zu plaudern
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Hamlet Site Admin

Anmeldungsdatum: 05.05.2004 Beiträge: 3005 Wohnort: Basel
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Verfasst am: 12.05.2006 08:06 Titel: Milliardenbetrug mit Briefmarken aufgeflogen |
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Zwei Investiotionsfirmen in Spanien gaben vor, in Briefmarkenfonds zu investieren. Sie haben mit dieser Masche rund 3.5 Milliarden Euros bei ca. 350000 Kleinanlegern erschwindelt.
Quellen:Tagesanzeiger.ch
DiePresse.com
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klassiker

Anmeldungsdatum: 31.08.2005 Beiträge: 621 Wohnort: Bern
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Verfasst am: 14.05.2006 10:50 Titel: Re: Milliardenbetrug mit Briefmarken aufgeflogen |
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| Hamlet hat Folgendes geschrieben: | | Zwei Investiotionsfirmen in Spanien gaben vor, in Briefmarkenfonds zu investieren. Sie haben mit dieser Masche rund 3.5 Milliarden Euros bei ca. 350000 Kleinanlegern erschwindelt. |
Mal abgesehen davon, dass diese Typen ganz sicher nirgends (ausser in das eigene Konto auf den Cayman Islands ...) investiert haben:
Briefmarken sind so ziemlich das letzte, was ich als Investitionsgut ansehen würde.
Der Käufer, der ca. 160'000,- Euro für die Audrey Hepburn-Marke bezahlt hat, ist ein professioneller Anleger,
der durchaus auch Geld in Marken anlegt.
Meins würde er nicht bekommen ...
Mal wieder ein Beispiel aus neuerer Zeit:
Die Dänemark-Sammler (hallo Tubist ) kennen das "Birth Certificate", eine philatelistische
Weltrarität, nur ein Exemplar ist in Privatbesitz.
(Es ist ein öffentlicher Aushang, den der Generalpostmeister mit Datum vom 27.3.1851
an verschiedenen Stellen in Kopenhagen aushängen liess, um das geschätzte Publikum auf die
neuen, ab 1.4.1851 gültigen Marken vorzubereiten.
Jeweils in der linken oberen Ecke befand sich, zur Illustration, ein Sechserblock der "Fire R.B.S.")
Dieses besagte Stück wurde verkauft
- 1999 für DKK 2'300'000 (ca. 300'000 Euro)
- 2004 für DKK 610'000 (ca. 82'000 Euro)
Rechnet man noch die Gebühren, die der Käufer/Verkäufer jeweils dem Auktionator zahlen durfte,
war diese "Investition in eine Weltrarität" eine der grössten Geldvernichtungsaktionen
der modernen Philatelie.
Sammeln zum Vergnügen - natürlich, jederzeit.
Sammeln als Geldanlage - ich bin doch nicht blöd ...
Die Photographica-Sammler (da habe ich mich auch mal getummelt ...)
kennen McKeown's Gesetz:
The price of an antique camera is entirely dependent upon the moods of
the buyer and seller at the time of the transaction.
(Der Preis einer antiken Kamera hängt ausschliesslich von der Stimmung des Käufers
und des Verkäufers zum Zeitpunkt der Transaktion ab.)
Seien wir, bei aller emotionalen Bindung an unsere Sammelobjekte, mal ganz objektiv:
So ein Stückchen bedruckten Papiers hat keinerlei intrinsischen Wert;
ich kann es nicht für die Halbleiterherstellung oder die Chemikalien-Produktion
gebrauchen; wenn ich es kaufe, dann steht allein das "Will-ich-haben" dahinter.
Deshalb gilt, um Entäuschungen vorzubeugen, immer die Regel, nur das Geld in die
Sammlung zu stecken, das man wirklich übrig hat, von dem man sich trennen und
das man notfalls auch verlieren kann.
Die Erwartung eines "return on investment" ist so ungefähr der schlechteste Grund,
Philatelist zu werden.
(Kennt Ihr die Geschichte des irischen Auktionshauses Shanahan?
Typisches Beispiel - auf die Gier der Menschen ist immer Verlass ...)
Chris
Literatur:
James M. McKeown and Joan C. McKeown (Eds.):
Mc Keowns's Price Guide to Antique & Classic Cameras 2001-2002.
11th ed., Centennial Photo Service, Grantsburg 2001 _________________ http://www.klassische-philatelie.ch |
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klassiker

Anmeldungsdatum: 31.08.2005 Beiträge: 621 Wohnort: Bern
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Verfasst am: 14.05.2006 11:57 Titel: Re: Milliardenbetrug mit Briefmarken aufgeflogen |
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| klassiker hat Folgendes geschrieben: | | Kennt Ihr die Geschichte des irischen Auktionshauses Shanahan? |
Nachtrag:
Die ganze Geschichte ist nicht auf dem Web (die findet man bei Doberer), aber ich habe
gerade mal nach Webseiten zum Thema gesucht und dabei festgestellt, dass die Ermittlungen
in diesem Fall 1962 sogar Gegenstand einer Diskussion im irischen Parlament waren.
Wer Lust hat, sich durch eine Parlamentsdebatte und eine Menge "legalese" zu quälen,
findet das Ganze hier.
Chris
Literatur:
Kurt Karl Doberer: Kulturgeschichte der Briefmarke. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1973 _________________ http://www.klassische-philatelie.ch |
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klassiker

Anmeldungsdatum: 31.08.2005 Beiträge: 621 Wohnort: Bern
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Verfasst am: 15.05.2006 07:28 Titel: Re: Milliardenbetrug mit Briefmarken aufgeflogen |
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| klassiker hat Folgendes geschrieben: | | Die ganze Geschichte ist nicht auf dem Web |
Noch ein Nachtrag:
Eine Kurzfassung gibt es hier.
Die "geniale" Idee des Mr. Paul Singer war, eine Rückkauf-Garantie und "Investment-Anteile"
in Briefmarken anzubieten.
Shanahan war eine Zeit lang (eine kurze Zeit ...) eines der Top-Auktionshäuser
weltweit, sie haben sogar Teile der Burrus-Sammlung versteigert.
Doberer weist in dem oben zitierten Buch darauf hin, dass diejenigen Bieter, die sich
ganz "normal" verhalten und nur realistische Beträge geboten haben,
bei Shanahan keine Verluste gemacht haben.
Wer sich aber im Vertrauen auf die Rückkauf-Garantie hinreissen liess, abstruse Summen
zu zahlen, ist bei der ganzen Sache ziemlich auf die Nase gefallen.
Na ja, irgendwann war halt das Geld weg, und Mr. Singer auch ...
Erstaunlich, dass nach diesem in der Philatelie bekannten Fall immer noch Leute glauben,
in einen so fragilen und labilen Markt "investieren" zu müssen, und ernsthaft
erwarten, dabei reich zu werden.
Chris _________________ http://www.klassische-philatelie.ch |
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Hamlet Site Admin

Anmeldungsdatum: 05.05.2004 Beiträge: 3005 Wohnort: Basel
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Verfasst am: 15.05.2006 12:16 Titel: |
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| Zitat: | Erstaunlich, dass nach diesem in der Philatelie bekannten Fall immer noch Leute glauben,
in einen so fragilen und labilen Markt "investieren" zu müssen, und ernsthaft
erwarten, dabei reich zu werden. |
In den Köpfen der Laien hat es sich nun mal festgesetzt, dass Briefmarken-Sammler allesamt reiche Leute sind. Du kennst das ja: Wenn Du jemandem erzählst, dass Du Briefmarken sammelst, kommt die erste Frage wie aus der Kanone geschossen:
"Was ist eine blaue Mauritius wert?"
Du weisst auch , was in unserem Forum Newbies fragen - Profis antworten immer so gefragt wird:
"Was sind diese Marken wert?"
Es hat sich nunmal so in den Gehirnen festgestzt und das kriegst Du nicht weg. Und wer das in betrügerischer Absicht ausnützen will, hat ein leichtes Spiel. Es werden auf diesen Betrug in Spanien kaum echte Sammler hereingefallen sein.
Weitere Meldungen dazu:
Nachrichten.at
Berliner Morgenpost
Welt.de
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ubahuga
Anmeldungsdatum: 05.09.2005 Beiträge: 155 Wohnort: 5405 Dättwil AG
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Verfasst am: 15.05.2006 17:41 Titel: Stanley Gibbons |
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Wie ich gehört habe, bietet auch die alt eingesessene Firma Stanley Gibbons Fonds-Zertifikate an, deren Gegenwert aus wertvollen Briefmarken bestehen soll(te).
Die Zertifikate werden meines Wissens auch an der Londoner Börse in einem Nebensegment gehandelt.
Ohmei, ohmei, im Brit. Com.-Bereich haben zwar die Marken George VI 1937-1952 eine über die letzten 25 Jahre höchst beachtliche Performance hin gelegt. Unter anderem Bermuda, da gings zünftig hoch, bis + 1'000% usw., und die Preise stehen nicht nur im Katalog, sie werden auch bezahlt.
Es ist ja auch ein ganz tolles Sammelgebiet, vor allem, weil es ein schön abgeschlossenes Gebiet ist. Wenn man noch Zähnungsvarianten und Papier- und Druckunterschiede mit nimmt, hat man ganz schön zu tun damit.
Aber sonst habe ich da schon gewisse Zweifel, ob der Markenwert gesamthaft die Teuerung schlagen kann.
Der Wert sollte meines Erachtens nur so weit bestimmend sein, dass man bei einem Kauf das bezahlt, was es wirklich Wert ist, plus ein eventueller Zuschlag für die Freude ...
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klassiker

Anmeldungsdatum: 31.08.2005 Beiträge: 621 Wohnort: Bern
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Verfasst am: 16.05.2006 07:31 Titel: |
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| Hamlet hat Folgendes geschrieben: | Weitere Meldungen dazu:
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Ich habe auch noch eine gefunden:
Ein Börseninformationsdienst hat bereits am 22. November 2005 (!)
darauf hingewiesen, dass die Praktiken von Afinsa "not a smart investing
strategy" darstellen (Artikel).
Chris _________________ http://www.klassische-philatelie.ch |
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