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Der Treffpunkt für Briefmarken-Sammler um zu fachsimpeln, zu diskutieren oder einfach nur zu plaudern |
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muesli

Anmeldungsdatum: 15.11.2011 Beiträge: 82 Wohnort: Borsbeke, Flandern, Belgien
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Verfasst am: 16.11.2011 23:27 Titel: Abart oder nicht ? |
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Hallo, Ich bin neu auf dieses Forum und komme aus Belgien.
Ich habe eine Tellknabe 125III gefunden als Zusatzfrankatur auf ein Ganzsachenausschnitt. Diese Briefmarke ist unten und rechts ungezähnt.
Ich habe ein Mail naach Zumstein geschickt mit die Frage ob es hier ein Abart sein könnte. Die Antwort war dass es nicht ein Abart ist aber eine "defekte" Marke. Diese Briefmarke muss aus ein schlecht geschnittenen Markenheftchen kommen und das soll oft vorkommen. In die Maschine soll das Messer oft nicht genau das Mitte der Zähnung treffen und in diesem Fall an beiden Seiten der Marke neben die Zähnung.
Ich wollte aber gerne etwas mehr kennen über was man Abart bestimmt und was nicht.
Bei diese Marke sieht es doch aus ob es gar keine Zähnungslöcher gegeben hat ?
Eine Fälschung kann es nicht sein wegen unbekanntes Abart und wegen aufgeklebt auf eine Ganzsache mit Stempeln drauf.
Im Katalog sehe Ich grosse Katalogwerte für Zähnungsabarten und Abarten im Druck. Was ist das Unterschied zwischen ein Fehler einer Druckmaschine und Mangel von Zähnungsnadeln und in diesem Fall ein Mangel einer Schneidungsmaschine ?
Wann sagt man Abart und wann nicht ?
Vielen Dank für alle Hinweise und Sammlergrüsse!
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drkohler
Anmeldungsdatum: 22.09.2007 Beiträge: 58
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Verfasst am: 17.11.2011 22:39 Titel: |
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Ich will mal versuchen, wie es zu Zähnungsfehlern kommen konnte (ausgehend von meinem Gebiet USA, aber die alten Marken wurden überall gleich gezähnt).
Die Zähnung erfolgte früher meist mit Linienzähnung. Das war ein Metallkasten, der an den Rändern gerasterte Löcher hatte.
In so einen Kasten wurden in regelmässigen Abständen Zahnkämme eingesteckt und festgeschraubt.
Zahnkämme sehen so aus wie Haarkämme oder Sägeblätter - eine Reihe von dünnen, spitzen Metallstiften. Der Kasten mit den Kämmen wurde nun auf einen Stapel von Markenbögen geknallt. Dabei entstehen dann die horizontalen, oder wenn man den Kasten dreht, die vertikalen Perforationsreihen.
Jetzt können verschiedene Sachen passieren (und das taten sie auch irgendwann immer):
1. Ein Metallstift bricht ab. Auf allen Markenbögen im Stapel fehlt dann das entsprechende Loch. Wenn das der Operator gelegentlich merkt,
stoppt er die Maschine und ersetzt den fehlerhaften Kamm durch einen neuen, fehlerfreien Kamm.
Marken mit einem fehlenden (Teil-)Loch werden i.A. nicht so hoch geschätzt wie voll perforierte Marken.
2. Die Metallstifte werden mit der Zeit stumpf. Das führt dazu, dass nicht mehr alle Bögen im Stapel durchstanzt werden.
Allerdings sieht man auf dem Bogen eine Delle, wo der stumpfe Metallspitz draufgedrückt hat (was in der Fachsprache "Blind Perforation" heisst und _nicht_ als "keine Perforation" zählt).
3. Ein Zahnkamm lockerte sich teilweise oder ganz aus dem Rahmen. Das führte manchmal dazu, dass einzelne Bögen eine völlig kuriose Zähnungsreihe bekamen, manchmal quer über den Bogen.
Wenn ein Zahnkamm ganz locker wird, kann er auch ganz "verschwinden", dass führt dazu das eine Reieh oder Spalte ungezähnt bleibt.
Hier musste der Operator sofort eingreifen, da ein frei herumfliegender Zahnkamm die Maschine und den Kasten schwer beschädigen konnte.
Wann ist nun eine (Zähnungs-)Abart eine Abart? Grundsätzlich gilt, wenn ich die Abart mit einem Teppichmesser erzeugen kann, ist es sicher keine Abart. Also im einfachsten Fall nehme ich eine gezähnte Marke und schneide auf einer Seite die Löcher so eng wie möglich weg. Man kann jetzt sagen "das sieht man doch" - aber es ist nicht immer so einfach.
Speziell die amerikanischen Marken sind oft schlecht zentriert und manch ein Schlaumeier hat schon den breiten Rand an einer Seite missbraucht, um die Löcher weg zu schneiden. Das Resultat ist dann eine schöne, gut zentrierte Marke mit unperforiertem Rand. (Deshalb werden z.B. in Amerika nur Markenpaare gesammelt und geprüft, die dazwischen nicht perforiert sind und keine Einzelmarken.
Dagegen kann man sich nur schützen, wenn man eine "richtige Marke" besitzt und die Marken übereinander legt.
Ist die unperforierte Marke schmaler als die "richtige" Marke, dann hat man mit grösster Wahrscheinlichkeit ein Fake.
Im Fall des Tellknaben war das Schneidemesser nicht genau mittig, die eine Marke ist deshalb etwas schmaler geworden, die Marke direkt daneben wahrscheinlich etwas breiter (das gilt nicht zu 100.00%, aber den unwahrscheinlichen Fall zu beweisen das die schmale Marke echt ist braucht man sehr viel Glück und Beweise).
Glück hat man, wenn man bei der unperforierten Marke noch einen kleinen Teil des Markenbildes der nächsten Marke sieht. Wenn also beim Tellknaben rechts noch etwas grün von der Marke nebenan wäre, dann wäre diese Marke ein echter Kandidat gewesen.
Also lange Rede, kurzer Sinn: Bevor man den Ferrari bestellt, mit einer vollständigen Marke vergleichen, und Einzelmarken sind grundsätzlich verdächtig. |
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Uwe
Anmeldungsdatum: 05.12.2008 Beiträge: 167 Wohnort: Thurgau
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Verfasst am: 17.11.2011 23:18 Titel: |
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Hallo
Ich habe diverse ein- und zweiseitig ungezähnte Marken aus den Markenheftchen und/oder aus dem Automaten. Sowohl alte (Tellknabe, Tellbrustbild) wie auch neuere (Postgeschichte 1986/87 zb.)
Gruss, Uwe _________________ Man ist immer entweder ein Teil des Problems oder Teil der Lösung. |
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muesli

Anmeldungsdatum: 15.11.2011 Beiträge: 82 Wohnort: Borsbeke, Flandern, Belgien
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Verfasst am: 18.11.2011 00:11 Titel: |
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Hallo Uwe und drkohler,
Vielen Dank für die Hilfe. Diese 2-seitige ungezähnte Marken sind dann nicht so selten.
@drkohler:
Vielen dank für Ihrem deutlichen Erklärung.
Eine Fälschung kann es denke ich nicht sein. Rückseitig sieht man noch den originalen Textausschnit mit ein Teil vom Datum (1914).
Aber diese Marke muss aus ein Markenheftchen kommen. Damit sieht man auch keine Spur von die Briefmarke nebenan weil es keine gegeben hat. Es war eine gute Idee die Briefmarke zu vergleichen mit eine andere, normal gezähnte. Die Bilder finden Sie unten. Aber wie Uwe geschrieben hat muss es viel vorkommen dass die Maschine nicht gut geschnitten hat und damit 1 oder 2-seitige ungezähnten gab. Intersaant zum lernen.
Viele Sammlergrüsse, Raf.


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drkohler
Anmeldungsdatum: 22.09.2007 Beiträge: 58
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Verfasst am: 18.11.2011 03:15 Titel: |
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| Auf der grossen Vergrösserung sieht man jetzt aber deutlich noch Spuren von der Perforation! |
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muesli

Anmeldungsdatum: 15.11.2011 Beiträge: 82 Wohnort: Borsbeke, Flandern, Belgien
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Verfasst am: 18.11.2011 23:07 Titel: |
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Hallo,
Sie meinen am unteren Rand ? Ich habe mit eine starke Loupe die Marke untersucht und nur unten habe ich auch an eine Stelle ein Spur von evtl Perforation gefunden. Aber ich habe schon gelernt dass es oft vorkommt mit Markenheftchenblätter. Den Ferrari war noch nicht bestellt!
Beste Sammlergrüsse, Raf. |
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